Geschichte

i casaliDer Name des Podere Osteria bezieht sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine Art Raststation entlang einer der vielen Pilgerwege der sogenannten Francigena-Romea, eine antike Straße, die auch über den nahegelegenen Fluss Orcia führt.
Die Straße aus der Zeit der Langobarden bildete ein Teilstück zwischen den römischen Handelswegen Aurelia und Cassia, und bis in die moderne Zeit erweist sie sich als Hauptverbindungsweg zwischen Rom und den Ländern jenseits der Alpen. Und genau entlang dieses Weges entstanden zahlreiche befestigte Dörfer sowie Krankenhaus-Stiftungen für die Reisenden.

Das gesamte Gebiet rund um das Podere Osteria wird seit Jahrhunderten geprägt vom Castello di Spedaletto, eine der strategisch wichtigsten Einrichtungen des Spedale Santa Maria della Scala, eine mächtige religiöse und politische Institution der Republik Siena, gewidmet der Versorgung und Betreuung der Pilger und Händler seit dem Jahr 1200.
Das Symbol des Spedale, eine Außentreppe gekrönt von einem Kreuz, ist auch heute noch an den Mauern vieler sienesischer Besitztümer anzutreffen.

Im Jahr 1289 nächtigte hier Karl II von Angi auf der Rückreise von Neapel, während seine Ritter in den umliegenden Höfen untergebracht wurden.
Die „Grance“, also der Gutshof samt Mühlen und Lagerräumen, entstanden im 13. und 14. Jahrhundert zur Rationalisierung der landwirtschaftlichen Produktion und angesiedelt um einen oder mehrere Innenhöfe, umfasste Unterkünfte, Keller, Scheunen und Kapellen.

Jene von Spedaletto ist besonders beeindruckend und reizvoll und präsentiert sich auch heute noch als klassische Mittelalter-Burg. In deren Innerem eingebettet befindet sich die Kirche von San Niccolò, geziert vom Renaissance-Altarbild von Lorenzo di Pietro detto il Vecchietta. Zu den berühmten Gästen zählt auch Papst Pius II, der die Festung im Jahr 1460 besuchte.

Um 1472 beschließt der Verwaltungsausschuss des Spedale unter Maestro Guidoccio die Erweiterung des Spedaletto im Val d’Orcia um drei Rundtürme, die die Burg beeindruckend einfassen. Noch heute zeugt davon eine Inschrift über dem Eingangstor des schönen Schlosses, mit dem Namen des Rektors, Urbano di Pietro.

Aus weiteren überlieferten Dokumenten geht hervor, dass sich Spedaletto für die Viehzucht organisierte und die Viehtransporte aus und für die Maremma steuerte und somit zu einem wichtigen Zentrum der Schafzucht wurde.

Beim Besuch 1676 des großherzöglichen Buchprüfers Gherardini im Val d‘Orcia bescheinigt der Autor des berühmten landwirtschaftlichen „Bericht Gherardini“, in Bezug auf San Quirico, „es gibt ein Land namens Grancia Spedale Grande von Santa Maria della Scala, das weitere Gutshöfe miteinbezieht“ …es handelt sich um die vier Anwesen Capanne, Osteria, Montertini und Sorbelle.

Im späten 19. Jahrhundert gehörte das Podere Osteria noch zum Spedale di Siena und war Teil der Podesteria di Castiglion d’Orcia – Gemeinde von Spedaletto. Ein Detail am Rande: die vier Betriebe der Grancia mit einem Einkommen von 229 scudi (Goldmünzen) wurden mit 10 Lire besteuert. Heute zählt das Casale Osteria zur Gemeinde Pienza und gehört der Familie Dezi.

Der Betrieb Osteria ist seit den sechziger Jahren im Besitz der Familie Dezi. Massimo Dezi gehört zur dritten Generation auf dem Anwesen, und mit den beiden Kindern wird nun die vierte erreicht. Der Agriturismo entstand aus Liebe zum Land und zur Familie. Dort schafft man es, noch eine gewisse Distanz zum allzu modernen und chaotischen Leben zu wahren, während es alle Vorteile des Fortschritts bietet.

Hier wirst du morgens noch vom Kikeriki des Hahnes geweckt, du kannst gesund und original essen wie in den Zeiten unserer Großeltern. Wir trinken das Wasser aus der Leitung, das frisch und sauber aus den Bergen kommt. Für frisches Gemüse oder Eier genügen ein paar Schritte in den Garten – ohne sich lange im Supermarkt anstellen zu müssen. Über einen Parkplatz müssen wir nicht reden, hier ist jede Menge Platz, so viel zu willst. Für die Kinder gibt es keine Gefahren, und es gibt viel Platz um an der frischen Luft herumtollen.

Was gibt es noch zu sagen… ein Eintauchen in die Vergangenheit, mit einem Auge auf Komfort und Technologie, die richtige Balance für ein angenehm ländliches Leben.